Freitag, 14. Juli 2017

Abgas-Skandal: KBA findet angeblich deutliche Hinweise auf illegale Abschalteinrichtungen in Mercedes-Dieselautos

Abgas-Skandal: KBA findet angeblich deutliche Hinweise auf illegale Abschalteinrichtungen in Mercedes-Dieselautos

14.07.2017 16:32 Uhr Andreas Wilkens

Dieselmotor OM 651

(Bild: daimler.com)

Dem Kraftfahrt-Bundesamt liegen anscheinend schon mehr Erkenntnisse zu möglichen Abgasmanipulationen bei Mercedes-Dieselautos vor als bisher gedacht. Daimler dementiert und droht mit rechtlichen Mitteln.

Das Kraftfahrt-Bundesamt untersucht seit längerem Dieselautos von Mercedes, und zwar länger als bisher bekannt. Der Spiegel berichtet, dabei hätten die Beamten deutliche Hinweise auf illegale Abschalteinrichtungen vorgefunden. In einem am Donnerstag vom Verkehrsministerium anberaumten Gespräch mit Daimler-Vertretern sei dem Autokonzern deshalb angedroht worden, eine Rückrufaktion einzuleiten.

Die Hinweise deuteten darauf, dass bei den Fahrzeugen die Harnstoff-Einspritzung des Abgassystems verändert wird, wenn der Wagen im offiziellen Prüfmodus fährt oder tatsächlich auf der Straße unterwegs ist. Dadurch wird im Realbetrieb mehr Schadstoff ausgestoßen als im Prüfbetrieb.

Daimler droht

Daimler wehrt sich gegen die Vorwürfe und dementiert, dem Konzern sei eine Rückrufaktion angedroht worden. Darüber arbeite das Unternehmen in Abstimmung mit den Behörden intensiv an Maßnahmen, um die NOx-Emissionen bei Euro-5- und Euro-6-Fahrzeugen weiter zu reduzieren. "Die Regulierung der Abgasreinigung ist eine technisch und rechtlich hochkomplexe Frage", schreibt Daimler weiter. "Auf Basis der uns vorliegenden Informationen würden wir gegen den Vorwurf einer illegalen Abschalteinrichtung durch das KBA mit allen rechtlichen Mitteln vorgehen."

Zunächst hatte ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums laut Spiegel noch gesagt, die Behörde nehme Fahrzeuge von Mercedes erst jetzt in die Prüfung, heißt es in dem Bericht. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Stuttgart, die am Donnerstag bekannt wurden, stützten sich maßgeblich auch auf die Erkenntnisse des Kraftfahrt-Bundesamts. Betroffen seien Modelle der E- und C-Klasse, die mit den Motorentypen OM 642 und 651 ausgestattet sind. (anw)



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