Dienstag, 18. Juli 2017

Australien will Apple zur Entschlüsselung von iMessage & Co. überreden

Australien will Apple zur Entschlüsselung von iMessage & Co. überreden

18.07.2017 11:49 Uhr Ben Schwan

Ein rotes Känguru im Western Plains Zoo in Dubbo, Australien.

(Bild: Rileypie / Wikipedia / PD)

Justizminister George Brandis trifft sich in dieser Woche mit Vertretern des iPhone-Herstellers. Der Konzern soll "freiwillig" Zugriff auf starke Verschlüsselung erteilen.

Die australische Regierung möchte Zugang zu starker Verschlüsselung von Apple und Co. erhalten, um Nachrichten von Verdächtigen mitlesen zu können. Bevor ein dazu von der Liberal Party of Australia geplantes Gesetzesvorhaben umgesetzt wird, versuchen es Regierungsvertreter nun zunächst mit guten Worten. Wie der Sender Skynews Australia meldet, will sich Justizminister George Brandis noch in dieser Woche mit Vertretern des iPhone-Herstellers zusammensetzen.

Zuckerbrot und Peitsche

Bei dem Treffen gehe es darum, mit dem Technikriesen eine Übereinkunft zu erzielen, die Polizei und Geheimdiensten Zugriff auf verschlüsselte Informationen verdächtiger Terroristen und Krimineller erhalte, so der Sender. Man wolle "zunächst eine freiwillige Zusammenarbeit" anstreben, das sei "die erste Präferenz", so Brandis. "Doch wir werden auch Gesetze schaffen, um Zwangsmaßnahmen einsetzen zu können, wenn wir nicht die Zusammenarbeit erhalten, die wir wünschen."

Hintertür in Systeme einbauen

Es ist unklar, mit welchem Vertreter von Apple sich die australische Regierung treffen wird. Bei den Gesprächen soll es um die Entschlüsselung von Diensten wie iMessage oder FaceTime gehen, die Apple mit einer Ende-zu-Ende-Sicherung ausstattet, die dafür sorgt, dass der Konzern selbst keinen Zugriff auf die Daten hat. Neben Australien versuchen auch andere Länder, Apple und Konkurrenten wie Facebook mit seinem Dienst WhatsApp dazu zu zwingen, Hintertüren in ihre Systeme einzubauen – dazu gehört auch die britische Regierung unter Theresa May.

"Keine Sicherheit ohne Verschlüsselung"

Apple hatte sich bislang stets geweigert, seine Produkte unsicherer zu machen, um Polizeibehörden und Geheimdiensten einen leichteren Zugriff zu ermöglichen. Konzernchef Tim Cook sagte etwa im vergangenen Jahr, dass es ohne Verschlüsselung keine Sicherheit geben könne. Es gebe keine "sichere Gesellschaft" ohne Verschlüsselungssysteme, betonte Cook im Oktober 2016 bei einem Interview – sie seien auch der einzige Schutz vor Cyber-Angriffen. (bsc)



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