Donnerstag, 13. Juli 2017

Chinesische Forscher melden Teleportation bis in den Weltraum

Chinesische Forscher melden Teleportation bis in den Weltraum

12.07.2017 08:40 Uhr Sascha Mattke

Das Team hinter dem Satelliten Micius mit seinem hochempfindlichen Photonen-Empfänger berichtet über erste Ergebnisse. Demnach sind mehrere Quanten-Teleportationen vom Boden ins All gelungen.

Einem Team von chinesischen Forschern ist nach eigenen Angaben die erste Teleportation von Informationen über den Zustand von Photonen von einer Bodenstation zu einem Satelliten im All gelungen. "Wir melden die erste Quanten-Teleportation von unabhängigen Einzelphoton-Qubits von einer Bodenstation zu einem Satelliten in einer niedrigen Erdumlaufbahn – über einen Uplink-Kanal – mit einer Entfernung von bis zu 1400 Kilometern", schreiben sie. Gleichzeitig wurde der Rekord für die längste gemessene Entfernung bei einer Quanten-Verschränkung eingestellt, berichtet Technology Review online in "Teleportation ins All".

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Teleportation beruht auf dem merkwürdigen Phänomen der Verschränkung. Diese liegt vor, wenn im selben Augenblick und am selben Ort zwei Quantenobjekte, beispielsweise Photonen, entstehen, so dass sie sozusagen eine gemeinsame Existenz haben. Technisch sagt man dazu, sie haben dieselbe Wellenfunktion. Das Eigenartige an einer solchen Verschränkung ist, dass die gemeinsame Existenz auch dann anhält, wenn die Photonen durch riesige Entfernungen getrennt sind. Eine Messung beim einen führt also ohne jeden Zeitverzug zu einer Zustandsänderung des anderen, egal wie weit entfernt sie voneinander sind.

Für das Experiment erzeugten die Forscher am Boden verschränkte Photonen-Paare. Dann sendeten sie die Zustands-Informationen zum Satelliten. Zuletzt wurden die Photonen am Boden und in der Umlaufbahn gemessen, um zu überprüfen, dass die Verschränkung noch vorhanden war. Wie sich zeigte, konnten tatsächlich Photonen-Informationen teleportiert werden. Im Lauf von 32 Tagen schickten die Forscher Millionen Zustandsinformationen los und kamen in 911 Fällen auf positive Ergebnisse.

Korrektur, 13.7.2017, 11 Uhr: Der Artikel wurde dahingehend präzisiert, dass nicht Masse teleportiert wurde, sondern Information über den Zustand der Partikel.

Mehr dazu bei Technology Review online:

(sma)


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