Dienstag, 11. Juli 2017

Geklautes MacBook Air: Ortung funktioniert, Dieb entkommt trotzdem

Geklautes MacBook Air: Ortung funktioniert, Dieb entkommt trotzdem

11.07.2017 12:22 Uhr Ben Schwan

Der Apple Store im Einkaufszentrum Rhein Center in Weiden.

(Bild: Apple)

Inhaltsverzeichnis
  1. Geklautes MacBook Air: Ortung funktioniert, Dieb entkommt trotzdem
  2. Apple hat – womöglich falsche – Daten des rechtswidrigen Besitzers
  3. Auf einer Seite lesen

Ein Apple-Laden in Köln soll beim Auffinden eines gestohlenen Notebooks keine gute Figur gemacht haben. Dabei hatte die Ortung gleich zweimal geklappt.

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Manche Räuberpistolen dauern etwas länger. So wie die Diebstahlgeschichte, die Sebastian Schroer in den vergangenen Monaten erleben musste. Am 27. April ließ der PR- und Marketingberater in der S-Bahn von Köln nach Hennef sein im März frisch erworbenes MacBook Air von Apple inklusive Koffer liegen. Zunächst dachte der Hamburger, das Gerät sei komplett verloren gegangen, nachdem viele Anrufe bei Bahn, Fundbüro und Polizei erfolglos blieben.

"Meinen Mac suchen" funktioniert – fast

Doch die von ihm vor dem Verlust aktivierte iCloud-Funktion "Meinen Mac suchen" tat Anfang Mai dann ihren Dienst: Das Gerät hatte in Kreuzau in der Rureifel kurzzeitig Netzkontakt, weshalb eine ungefähre Position an Apple und dann an Schroer durchgegeben werden konnte. Allein, es half nichts: Die hinzugezogene örtliche Polizei – der Hamburger hatte mehrere Reviere durchgeklingelt – fand an der genannten Adresse nur eine verschreckte Familie vor, die von nichts wusste. Das kann passieren, schließlich verfügen Apple-Notebooks nicht über GPS-Chips und erkennen ihre Lokalität nur suboptimal via WLAN-Ortung. Immerhin: iCloud gab durch, dass der Rechner erfolgreich gelöscht worden sei, was Schroer zuvor über iCloud.com eingeleitet hatte.

Per E-Mail erfährt Schroer vom Standort seines MacBooks.
Per E-Mail erfährt Schroer vom Standort seines MacBooks. Vergrößern
Bild: Sebastian Schroer

Im Juni wurde Schroers mittlerweile eingereichte Anzeige gegen Unbekannt wegen Unterschlagung beziehungsweise Diebstahl eingestellt – zu geringe Aussicht auf Erfolg, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Hier wäre die Geschichte wohl üblicherweise zu Ende gewesen. Allerdings scheint der Marketingfachmann an einen besonders dreisten – oder unwissenden – Dieb respektive Käufer von Hehlerware geraten zu sein.

Geklauter Rechner beim Termin im Apple-Laden

Denn am 4. Juli wurde ihm bekannt, dass jemand für den kommenden Tag einen Termin im Apple-Laden im Kölner Rhein Center vereinbart hatte – möglicherweise mit der Seriennummer des Geräts, da Schroer an seine bei Apple hinterlegte Adresse eine entsprechende E-Mail erhielt. Nach einem Anruf bei Apple stellte sich heraus, dass der aktuelle "Besitzer" des MacBook Air vom Genius im Apple Retail Store gerne seinen Rechner entsperrt haben wollte – eine typische Reaktion auf den Löschvorgang mittels "Meinen Mac suchen", der dafür sorgt, dass sich die Maschine ohne Apple oder den korrekten Unlock-Code nicht mehr in Betrieb nehmen lässt.

Schroer gelang es, die zuständige Bundespolizei in Köln zu verständigen, die versprach, zum abgemachten Zeitpunkt im Rhein Center aufzumarschieren, um den Dieb respektive Käufer von Hehlerware dingfest zu machen. Mit vier Mann sollen die Vertreter der Staatsgewalt vor Ort gewesen zu sein. Und ab hier wird die Sache merkwürdig: Der Store Manager soll dem Einsatz zunächst zugestimmt, den Beamten nach Rücksprache mit einem Vorgesetzten dann aber den Zutritt verweigert haben, erzählte Schroer unter Berufung auf die Polizei. Warum, ist nicht überliefert – Apple Deutschland ließ die Frist für ein Statement verstreichen. Das Resultat dagegen schon: Die Person mit dem geklauten MacBook Air blieb von der Polizei unbehelligt und konnte entkommen. Ob das Gerät tatsächlich entsperrt wurde, ist unklar.



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