Montag, 17. Juli 2017

iOS-App-Store: VPN-Werbeblocker verboten

iOS-App-Store: VPN-Werbeblocker verboten

17.07.2017 11:14 Uhr Ben Schwan

AdBlock von Future Mind.

(Bild: Entwickler)

Offenbar will Apple künftig Anwendungen, die VPN-Profile oder Root-Zertifikate verwenden, um Reklame zu unterdrücken, nicht mehr zulassen. Das berichtet ein Anbieter solcher Programme.

Zwar unterstützt Apples Mobilbrowser Safari schon seit iOS 9 sogenannte Content Blocker, mit denen unerwünschte Inhalte unterdrückt werden können. Dennoch verkaufen verschiedene Firmen radikalere Methoden, Reklame und Co. zu blockieren: Sie leiten den kompletten Datenverkehr über ein eigenes VPN um. Apple scheint diese Variante nun aber künftig nicht mehr zulassen zu wollen: Wie der Entwickler Tomasz Koperski vom Anbieter Future Mind nun berichtet, lässt Apples App-Review-Team, das für die Kontrolle eingereichter App-Store-Anwendungen zuständig ist, solche Software nun nicht mehr durch.

VPN-Adblocker-Apps künftig verboten

Als Koperski versuchte, eine neue Version der Software AdBlock seiner Firma einzureichen, wurde diese zurückgewiesen. Apples Begründung: Das Unternehmen erlaube keine Reklameblocker mehr, solange diese auf Basis eines Profils für ein virtuelles privates Netzwerk respektive Root-Zertifikats arbeiten. Das gilt laut Koperski sowohl für neue Anwendungen als auch für Updates von alten. In der Begründung heißt es, AdBlock nutze nicht die von Apple für seinen Zweck gedachten APIs und Frameworks, was zudem in der Beschreibung dokumentiert sein müsse. "Ihre App nutzt ein VPN-Profil oder Root-Zertifikat, um Anzeigen oder andere Inhalte in einer App von Dritten zu blockieren, was im App Store nicht erlaubt ist."

Im Rahmen des Berufungsprozesses (App Review Appeal) erfuhr der Entwickler dann, dass Apple offiziell seine Politik in Sachen VPN und Root-Zertifikate für Adblocker geändert habe. Künftig sei die einzige unterstützte Möglichkeit, die üblichen Content-Blocker in Safari zu verwenden. Ob und wann auch bekanntere Apps als die von Future Mind betroffen sein werden, blieb zunächst unklar.

Viel Vertrauen in den App-Anbieter nötig

Für Nutzer ist die Entscheidung eigentlich sinnvoll: Wer seinen gesamten Datenverkehr über ein VPN leitet, riskiert, dass dieser belauscht und abgesaugt wird – man muss dem Betreiber also volles Vertrauen schenken, insbesondere dann, wenn er einen auch noch dazu nötigt, ein die Verschlüsselung brechendes Root-Zertifikat zu installieren. Andererseits sind VPN-basierte Adblocker mächtiger als die in Safari sowie anderen Browser-Apps verfügbaren Content-Blocker. Googles Chrome unterstützt diese beispielsweise erst gar nicht. (bsc)



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