Dienstag, 18. Juli 2017

Razer Lancehead im Test: Drahtlose Symmetrie mit Laser


Wireless-Mäuse hat Razer schon länger im Angebot, gleiches gilt für beidhändig nutzbare Modelle. Die Kombination aus drahtloser Verbindung und symmetrischem Korpus gibt es in Form der kleinen Orochi sowie der alten Ouroboros, neu ist die Lancehead. Mit ihr möchte Razer eine Alternative zur direkten Konkurrenz, Logitechs G900, anbieten. Wir haben die Maus einige Wochen lang genutzt - manche Unterschiede zur G900 sind teils kaum bemerkbar, andere dagegen treten recht deutlich hervor.

Auch die Lancehead ist Razer-typisch nach einer Giftschlange benannt, hier nach den Lanzenottern. Die Maus misst 117 x 71 x 38 mm und fällt damit recht flach aus. Allerdings weist sie einen ausgeprägten Buckel auf und fällt dahinter eher steil ab, was wir als ein wenig störend empfinden. Die Oberschale besteht aus glattem Kunststoff, der den Vorteil hat, dass er anders als manche Soft-Touch-Materialien mit der Zeit nicht schmierig werden dürfte. Beide Seiten sind griffig gummiert, die horizontalen Rillen stauben allerdings schnell zu.

Razer Lancehead Wireless mit Zubehör (Foto: Martin Wolf/Golem.de)

Die Haupttasten der Maus lösen dank der Omron-Switches knackig und mit gewollt hohem Widerstand aus. Die symmetrisch positionierten und glatten Seitentasten könnten ein bisschen straffer sein, dafür hat das Zwei-Wege-Mausrad genau die richtige Gummierung und Rasterung. Direkt hinter ihm befinden sich die beiden Dpi-Schalter, die somit gut erreichbar sind. Mit 112 Gramm fällt die Lancehead einen Hauch schwerer aus die G900, eine Gewichtsanpassung fehlt. Dafür findet unter einer Klappe auf der Unterseite der 2,4-GHz-Funkempfänger seinen Platz, wenn die Maus transportiert wird.

Geladen wird die Razer-Maus per 210 cm langem Kabel und Micro-USB-Port. Im regulären Betrieb kann dort der Dongle per Adapter eingesteckt werden, statt eine weitere Buchse am Rechner zu belegen. Mit eingeschalteter Beleuchtung hielt die Lancehead bei uns reproduzierbar zwischen 24 und 27 Stunden durch, was in etwa einer Woche mit rein abendlicher Gaming-Nutzung entspricht. Eine volle Akkuladung ist in gut einer Stunde in die Lancehead eingespeist.

Jegliche Tasten sind per Razers Synapse-Software belegbar, Makros dort definierbar und die Lift-Off-Distanz einstellbar. Auch die Untergrundkalibrierung und die Beleuchtung werden hier angepasst: Neben dem Logo und dem Scrollrad gibt es RGB-Effekte für die sieben LEDs pro Streifen links und rechts. Die Synapse setzt einen Account voraus, die kommende Synapse 3 nicht - so wie früher. Wann die neue Version erscheint, ließ Razer offen. In der Lancehead lassen sich mit ihr vier Profile im internen Speicher sichern, zwischen denen per Knopf auf der Unterseite umgeschaltet wird.

Unverständlich ist für uns die Sensoraustattung: Die Razer Lancehead Wireless nutzt Laser-Technik mit bis zu 16.000 dpi, wohingegen die Tournament Edition wie die Logitech G900 einen optischen Sensor verwendet. Bei filigranen oder extrem schnellen Bewegungen halten wir die Laser-Variante für spürbar weniger präzise, was nicht an der Funkverbindung liegt.

Verfügbarkeit und Fazit

Razer verkauft die Lancehead als Wireless-Version für 150 Euro. Obendrein gibt es die kabelgebundene Tournament Edition mit optischem Sensor für 90 Euro. Die Razer Synapse 3 ist derzeit noch nicht verfügbar.

Drahtlose und zugleich symmetrische Mäuse sind recht selten - alleine deshalb ist die Lancehead einen Blick wert, gerade für Linkshänder. An der Verarbeitungsqualität gibt es zumindest nach vier Wochen im Dauerbetrieb nichts auszusetzen, auch die Ergonomie ist für Claw- und Fingertip-Grip bis auf den etwas steilen Buckel tadellos. Die Akkulaufzeit entspricht etwa der der Logitech G900, wenngleich die Razer-Maus mehr LEDs aufweist.

Abseits der noch fehlenden Synapse 3 haben wir daher nur einen Kritikpunkt: Statt eines Laser- hätten wir lieber einen optischen Sensor gesehen. Der lässt sich auf Wunsch auch mit 16.000 dpi betreiben, ist aber bei realistischen Stufen für unser Dafürhalten schlicht genauer. Wer 150 Euro für die Lancehead ausgeben und mit ihr auch kompetitiv spielen will, sollte das bedenken.



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