Dienstag, 18. Juli 2017

Unix-Betriebssysteme: Solaris-Klon OmniOS wird weiter entwickelt

Unix-Betriebssysteme: Solaris-Klon OmniOS wird weiter entwickelt

18.07.2017 14:44 Uhr Jan Bundesmann

Nach der Abkündigung der Arbeit an OmniOS durch den bisherigen Hersteller OmniTI hat sich aus den Reihen der Nutzer eine Gruppe Entwickler herauskristallisiert, die die weitere Entwicklung in die Hand nehmen wollen.

Der freie Solaris-Klon OmniOS ist zum ersten Mal in einer Community Edition erschienen, nachdem die ursprünglichen Entwickler von OmniTI ihre Arbeit daran eingestellt hatten. Außerdem gaben die neuen Hauptentwickler bekannt, dass künftig zwei Mal im Jahr ein neues stabiles Release erscheinen soll. Im Zweig "Bloody" sollen laufen Updates erscheinen.

Diesen April hatte der Web-Provider OmniTI, der OmniOS bisher maßgeblich vorangetrieben hatte, angekündigt, das Projekt in die Hände der Community zu geben – weil diese zu wenig beitrage. Zwar wolle OmniTI sich nicht völlig aus der Entwicklung zurückziehen, jedoch keine führende Rolle mehr darin spielen. Damit war auch das Ende bestehender Support-Verträge besiegelt.

Anwender übernehmen die Führung

Initiatoren von OmniOS CE sind Andy Fiddaman vom britischen Mail-Provider Citrus IT, Tobias Oetiker vom Schweizer IT-Consulting Oetiker & Partner sowie Dominik Hassler von der ETH Zürich. Alle drei Institutionen verwenden selbst OmniOS. Die Repositories etwa liegen auf einem Server der ETH Zürich – in einer OmniOS-Zone. Fiddaman, Oetiker und Hassler haben zudem die OmniOS Community Edition Association gegründet, die dafür Sorge tragen soll, dass Support und Entwicklung an OmniOS weiter laufen.

Besagte Zonen sind einer der möglichen Gründe für den Einsatz eines Solaris-Betriebssystems. Sie sind vergleichbar mit Containern unter Linux. Daneben sind DTrace und ZFS von Anfang an Kriterien für Solaris und Co gewesen.

2005 hatte Sun sein Betriebssystem Solaris als OpenSolaris zu großen Teilen der Community zugänglich gemacht. Lediglich der Kern blieb Closed Source und wurde nur als Binärpaket vertrieben. 2010 entstand das Projekt illumos, das alle freien Teile von OpenSolaris übernahm und den Kern durch eine frei verfübare Variante ersetzte. OmniOS ist eine illumos-Distribution. Andere bekannte illumos-Varianten sind OpenIndiana für Desktop-Anwender und SmartOS für Cloud-Betreiber. Unter den illumos-Distributionen gilt OmniOS als Server-Variante. (jab)



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