Mittwoch, 12. Juli 2017

Vectoring: Deutsche Telekom und Ewe werden Partner


Die Deutsche Telekom und Ewe wollen bei der Vermarktung von VDSL-Vectoring-Anschlüssen im Netz des Oldenburger Energieversorgers zusammenarbeiten. Wie die Telekom am 12. Juni 2017 bekanntgab, wurden Partner-Verträge für eine gegenseitige Nutzung von knapp 400 Ortsnetzen in Niedersachsen, Bremen und in Teilen von Nordrhein-Westfalen vereinbart.

EWE-Kunden können in den Regionen, in denen die Telekom VDSL2- und Vectoring anbietet, Übertragungsraten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde bekommen.

Der Deutschland-Vorstand der Telekom, Niek Jan van Damme, sagte: "Durch die gemeinsame Nutzung der Infrastruktur wird der Ausbau für die Unternehmen schneller rentabel. Und die Kunden profitieren von einer größeren Anbieterauswahl". Zuvor war berichtet worden, dass die Telekom in Niedersachsen einem VDSL-Nutzer gekündigt hatte, weil die EWE Tel in dem Gebiet die VDSL2-Vectoring-Technologie ausbaut.

Telekom: Zusammenarbeit vorerst nur bei Vectoring

Technisch kann nur ein Betreiber im Nahbereich um die Hauptverteiler die Vectoring-Technik einsetzen, andere können dann keine Anschlüsse im betroffenen Nahbereich mehr schalten. Eine technische Alternative ist Node-Level-Vectoring, was jedoch noch nicht eingesetzt wird.

In den kommenden zehn Jahren plant EWE, über eine Million Haushalte im Nordwesten direkt mit einem Glasfaserhausanschluss auszustatten. EWE Tel ist in Niedersachsen, Bremen, Bremerhaven, Brandenburg, Osnabrück sowie Ostwestfalen-Lippe tätig. Aktuell hat EWE in sechs Landkreisen den Zuschlag für einen geförderten Ausbau in ländlichen Regionen erhalten. Zukünftig könnten auch Kunden der Telekom von diesem Ausbau profitieren. "Diese Vereinbarung bezieht sich auf VDSL beziehungsweise Vectoring. Grundsätzlich sind wir auch für FTTH-Kooperationen offen", sagte Unternehmenssprecherin Stefanie Halle Golem.de auf Anfrage.

Der neue Vorstandsbeauftragte für Breitbandkooperation des Konzerns, Johannes Prochnow, hatte gesagt, es gebe einen "Paradigmenwechsel", der Konzern verhandele verschiedene Kooperationen für Glasfaser in Deutschland. Es gebe "eine Reihe von konkreten Projekten". Die Telekom hatte dann im Januar 2017 angekündigt, von der RWE-Tochter Innogy DSL-Anschlüsse in rund 50 Ortsnetzen zu mieten und dann unter ihrer eigenen Marke verkaufen.



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