Samstag, 15. Juli 2017

Xiaomi Mi Max 2 im Test: ein echtes Akkumonster

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  1. Anfang
  2. Unboxing
  3. Design
  4. Hardware
  5. Display
  6. Datenblatt
  7. Kamera
  8. Software
  9. Fazit
  10. Preisvergleich
  11. Kommentare

Pro und Contra
  • ausgezeichnete Akkulaufzeit
  • umfangreiche Software
  • Unibody-Gehäuse aus Metall
  • kein LTE Band 20
  • durchschnittliche Kamera
Note

gut 2

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Das Mi Max 2 des chinesischen Herstellers Xiaomi Tech ist ein Großbild-Smartphone mit aktuellem Android. Die zweite Auflage kombiniert ein 6,44 Zoll großes Display mit einem Riesen-Akku mit 5300 Milliamperestunden. Wir haben das Neueste von Xiaomi getestet und sagen Euch in diesem Testbericht, warum das Preis-Leistungs-Verhältnis großartig ist.

Seit Ende Mai 2017 ist das Mi Max 2 nun offiziell und kostet rund 275 Euro. Der Vorgänger spielte im gleichen Preisrahmen mit, einen Testbericht zu dem Mi Max gibt es ebenfalls bei TechStage. Der Name „Max“ des Smartphones aus der hochwertigen Mi-Reihe ist Programm: Hierbei handelt es sich um die größten Geräte, die Xiaomi im Portfolio hat. Primär ist die Produktserie für den asiatischen Markt bestimmt, wobei der Trend zu überdimensionierten Smartphones auch in Deutschland langsam sichtbarer wird.

Xiaomi Mi Max 2 vs iPhone 7 Plus Größenvergleich: Xiaomi Mi Max 2 vs Apple iPhone 7 Plus.


Der Lieferumfang des Mi Max 2 ist recht simple gehalten: Telefon, Werkzeug zum Auswerfen des SIM-Schlittens, Ladekabel mit dem Anschluss USB Type C sowie ein amerikanisches Netzgerät von dem Typ NEMA-1. Einen Adapter auf Schuko oder Eurostecker müsst Ihr Euch selbst zulegen.

Zu dem aktuellen Zeitpunkt existiert in Europa kein offizieller Vertrieb von Xiaomi-Smartphones. Chinesische Onlineshops – wie beispielsweise GearBest, von denen wir unser Exemplar bestellt haben – und deutsche Importeure sorgen hauptsächlich für die Penetration in Deutschland. Nichtsdestotrotz, nach einer längeren Patentabklärung mit dem Technologiekonzern Nokia hat Xiaomi einen baldigen Markteintritt angekündigt.

Was im Lieferumfang fehlt ist ein Set an Kopfhörern und/oder eine einfache Schutzhülle. Dies legte Xiaomi in der Vergangenheit bei seinen Geräten bei.

Die Verarbeitung des Mi Max 2 ist erstklassig. Das Gehäuse des Smartphones ist aus Metall und aus einem einzigen Block Aluminium gefertigt. An den Übergängen zu der Glasfläche vorne oder zu den Kunststoffstreifen ist es nahtlos, harte Kanten oder große Spaltmaße sind nicht vorhanden. Der Nachteil von diesen aalglatten Metallrückseiten ist die geringe Haftung; sie rutschen einem schnell aus der Hand.

Das Design des Smartphones kommt einem bekannt vor; es hat große Ähnlichkeiten zu der aktuellen iPhone-Generation. Doch bei dem Aussehen setzt das Ästhetik-orientierte Unternehmen mittlerweile auf eigene Akzente: schlanke Bauweise und stark abgerundete Seiten.

Xiaomi Mi Max 2: Design Das Design des Xiaomi Mi Max 2 ähnelt den Geräten anderer Xiaomi-Smartphones. Und ein wenig auch der Optik des Apple iPhone.

Wer sich für ein Xiaomi Mi Max 2 entscheidet, der ist sich über dessen Tiefe und Weite bewusst. Das Telefon ist groß, wirklich sehr groß: 89 mm breit und 175 Millimeter lang. Die ganze Technik bringt 211 Gramm auf die Waage. Die Bedienung mit einer (mittelgroßen) Hand ist kaum möglich; hier ist der Einsatz beider Hände gefragt.

Apropos Bedienen: die Ein- und Ausschalttaste sowie die Lautstärkenwippe sitzen auf der rechten Seite. Sie haben einen festen Druckpunkt und sind bequem zu erreichen. Auf der Rückseite, auf Höhe des Zeigefingers, wurde der Fingerabdrucksensor platziert. Dieser arbeitet schnell und aktiv, also selbst bei ausgeschaltetem Bildschirm. Auf der Vorderseite wurden drei Android-typische Tasten positioniert: „Multitasking“, „Start“ sowie „Zurück“. Die kapazitive Eingabe ist beleuchtet, der Lichtsensor in der Hörmuschel schaltet die Spannung.

Xiaomi Mi Max 2: Softtouch Tasten Das Mi Max 2 von Xiaomi beistzt drei kapazitive Tasten mit Beleuchtung.

Das Mi Max 2 ist kein leistungsstarkes Smartphone, wie beispielsweise das Flaggschiff Mi 6. Trotzdem bringt die Hardware genug Power für den Alltag mit und auch grafikintensive Spiele ließen sich während der Testzeit wiedergeben. Im Inneren sitzt ein Snapdragon 625 von Qualcomm. Mit seinen acht Kernen arbeitet es zwischen 650 und 2100 MHz, das ist üblich. Die Leistung des Systems führt zu einer verzögerungsfreien Interaktion, auch die Visualisierung von Animationen und Darstellung von Informationen sind flüssig.

Im Benchmark von AnTuTu erzielt das Mi Max 2 einen Punktestand von 58.032. Nur für die Vorstellung: Aktuelle High-End-Smartphones mit entsprechender Hardware liegen bei 185.000 Punkten. Der RAM des Smartphones hat eine Größe von 4 GByte, im Leerlauf sind durchschnittlich 2190 GByte abrufbar. Der interne Speicher hat eine Größe von 64 GByte, wobei es auch eine Ausführung mit 128 gibt. Nach Abzug des Betriebssystems und der vorinstallierten Apps bleiben dem Nutzer rund 49,35 GByte übrig.

Xiaomi Mi Max 2: Fingerabdrucksensor Der Fingerabdrucksensor bei dem Xiaomi Mi Max 2 sitzt auf der Rückseite und arbeitet schnell.

Das Mi Max 2 beherrscht Dual-SIM. Das Telefon speist entweder eine microSIM- (3FF) und eine nanoSIM-Karte (4FF) oder eine microSIM-Karte und eine microSDXC-Speicherkarte. Das Erweitern des Speichers funktioniert bis 256 GByte, und technisch sogar bis 2 TByte.

Mit unserer Vodafone-SIM-Karte haben wir auf beiden Steckplätzen eine 4G-Verbindung in Hamburg bekommen. Allerdings kommt jetzt das große Problem: Das Mi Max 2 unterstützt kein LTE Band 20, auch nicht die von uns getestete internationale Version. Die Frequenz mit 800 MHz wird mittlerweile auch in der Stadt eingesetzt, zuvor dominierte sie nur im ländlichen Gebieten.

Weiterhin hat das Smartphone folgende Schnittstellen: Bluetooth 4.2, GPS, Beidou, Galileo, Glonass sowie ein Infrarotsender für die Steuerung von heimischen Geräten. Das Lokalisieren mit Navigationssoftware wie Google Maps oder Here WeGo von Audi, BMW und Daimler hat einwandfrei funktioniert, dies wurde gegenüber dem Vorgänger verbessert. NFC ist nicht an Bord.

Xiaomi Mi Max 2: 3,5mm Klinke Auf der Kopfseite des Mi Max 2 befindet sich der Klinkenanschluss mit 3,5 mm.

Nicht nur die Größe kennzeichnet das Mi Max 2, sondern auch der Akku. Wegen des Gehäusedesigns ist dieser festverbaut und kann von dem Nutzer selbst nicht ausgetauscht werden. Die Nennladung des Energiespeichers beträgt 5300 Milliamperestunden. Zusammen mit der hervorragend optimierten Software erreicht das System eine Laufzeit von bis zu 3 Tagen! Im Schnitt haben wir sogar mehr geschafft. Die kontinuierliche Wiedergabe eines Videos bei maximaler Display-Helligkeit liegt bei 11 Stunden und 42 Minuten. Irre! Als Vergleich: ein HTC U11 (Testbericht) Flaggschiff-Smartphone mit 3 Amperestunden kratzt gerade einmal an 7 Stunden.

Der Akku wird über den Anschluss USB Type C mit der älteren Spezifikation von USB 2.0 aufgeladen. Das Energiesystem unterstützt schnelles Laden nach QuickCharge-3.0-Verfahren. Mit dem mitgelieferten Schnellladegerät haben wir das Telefon von Null auf die 100-Prozent-Marke in 2 Stunden und 41 Minuten gekriegt.

Xiaomi Mi Max 2: Display Das Display des Mi Max 2 steht im Vordergrund mit 6,44 Zoll Diagonale.

Im Mi Max 2 kommt ein 6,44 Zoll großes Display zum Einsatz. Das Panel ist ein IPS-Flüssigkristall mit einer Auflösung von Full-High-Definition, also 1920 × 1080 Pixeln. Bei einer Bildschirmdiagonale von 16,4 Zentimetern wäre eine höhere Auflösung sinnvoller gewesen, finden wir. Das würde jedoch den angepeilten Verkaufspreis nach oben korrigieren, da auch andere Subsysteme wie der Grafikchip und verbunden mit dem der Prozessor mitspielen müssen. Andererseits ist die Schärfe mit einer Pixeldichte von 342 Pixel pro Zoll doch ausreichend genug, oder?

Technische Daten


OS Android 7.1
Display 6.44", 1920x1080 Pixel, 16 Mio. Farben, IPS, kapazitiver Touchscreen, Gorilla-Glas 4
Kamera 12.0MP, f/2.2, Phasenvergleich-AF, Dual-LED-Blitz, Videos @2160p/30fps (hinten); 5.0MP, f/2.0, Videos @1080p (vorne)
Schnittstellen USB 2.0 (Typ-C, OTG), 3.5mm-Klinke, WLAN 802.11a/b/g/n/ac, Bluetooth 4.2, Infrarot-Port, NFC
Sensoren Beschleunigungssensor, Gyroskop, Annäherungssensor, Lichtsensor, Kompass, Fingerabdrucksensor (hinten)
CPU 8x 2.00GHz Cortex-A53 (Qualcomm MSM8953 Snapdragon 625, 64bit)
GPU Adreno 506
RAM 4GB
Speicher 64GB, microSD-Slot (shared, bis 128GB)
Navigation A-GPS, GLONASS, BeiDou
Netze GSM (850/900/1800/1900), UMTS (850/900/1900/2100), LTE
Netzstandards GPRS, EDGE, HSDPA, HSUPA, HSPA+
Akku 5300mAh, fest verbaut
Gehäuseform Barren
Gehäusematerial Metall (Rückseite)
Abmessungen 174.1x88.7x7.6mm
Gewicht 211g
SIM-Formfaktor 1x Micro-SIM, 1x Nano-SIM (shared)
Besonderheiten Dual-SIM, Qualcomm Quick Charge 3.0 (max. 18W), Stereo-Lautsprecher

Xiaomi Mi Max 2: Kamera Die Kamera des Mi Max 2 macht Fotos in 12 Megapixel.

Eines der großen Schwachpunkte des Mi Max 2 ist die 12-Megapixel-Kamera auf der Rückseite. Während man mit der Selfie-Kamera noch ordentliche Ergebnisse erhält, sind die Aufnahmen aus der Hauptkamera eher ernüchternd. Allzu viel sollte man hier nicht erwarten und keinesfalls das Telefon mit einem Samsung Galaxy S8 oder LG G6 gleichsetzen. Schuld an der mittelmäßigen Bildqualität ist der kleine Bildsensor mit eine Größe von 1/2,9 Zoll mit einer lichtschwachen Blende von f/2.2. Bildrauschen und Fehler sind bereits vorprogrammiert. In Schwachlichtsituationen kommt die Kamera an ihre Grenzen. Spätestens braucht der Nutzer die integrierte Dual-LED. Dagegen gut gefallen hat uns die Schnelligkeit des Autofokus, dank Phasendetektionsfokus stellt die Kamera das Motiv zügig scharf.

Testbilder der Kamera

Das Mi Max 2 gibt es in zwei Ausführungen, eins für China ohne Google-Dienste und eins als internationale Version mit dem Play Store und ohne Einschränkungen. Letzteres haben wir in diesem Testbericht. Beide Modelle sind mit der hauseigenen Oberfläche MIUI in der Version 8.5 ausgestattet. Das zugrundeliegende Betriebssystem ist Android OS 7.1.1 Nougat. Der Sicherheitspatch ist noch vom Samstag, den 01. April 2017, obwohl sich Google derzeit auf die Juli-Veröffentlichung vorbereitet.

MIUI ist eine höchst personalisiertere Software, die durch und durch Ressourcen-schonend und sauber entwickelt wird. Ab Werk kommt die Oberfläche mit einem modernen und schlanken Design daher. Wem das zu simple ist, der kann den integrierten Themen-Manager anschmeißen und das Aussehen umgestalten.

Xiaomi Mi Max 2: Software Das Mi Max 2 besitzt eine saubere Software mit umfangreichen Funktionen.

Bloatware – Werbung in Form von Apps – ist auf dem Xiaomi Mi Max 6 nicht installiert. Der Hersteller legt lediglich eine Office-Anwendung bei, die lässt sich auf Wunsch auch deinstallieren. Ansonsten gibt es viele nützliche Tools und manchmal auch Redundanzen wie ein zweiter Browser, obwohl Google Chrome bereits drauf ist. Wirklich angetan waren wir von der Funktion der dualen Apps: Über die Einstellungen lässt sich eine weitere Instanz einer Applikation erstellen. Sinnvoll ist das für Apps, bei denen Multiaccounting nicht möglich ist. WhatsApp ist ein gutes Beispiel: Das Smartphone verfügt über zwei Rufnummern, eine deutsche und eine chinesische. Deshalb ist der Messaging-Dienst zweimal notwendig. Problem: WhatsApp kann nur mit einer Handynummer konfiguriert werden. Mit der Funktion der dualen Apps kann diese Herausforderung umgangen werden.

Das Mi Max 2 ist ein Smartphone der Mittelklasse, trotzdem ist es gut ausgestattet. Vor allem punktet es mit seiner Verarbeitung und dem großen Akku mit der langen Laufzeit. Selbst wenn das Gerät äußerst intensiv genutzt werden sollte, erreicht man mindestens einen ganzen Arbeitstag. Wegen des Display eignet sich das Telefon auch zum Schauen von Videos. Mit den klangvollen Stereolautsprechern macht das dann besonders viel Spaß.

Uns gefällt die Verarbeitung des Mi Max 2, auch wenn sie ihre Nachteile hat. Die zweite Generation hat sich im Vergleich zu ihrem Vorgänger gebessert. Was geblieben ist: das fehlende LTE Band 20. Wer hin und wieder mal ein Bild mit der Kamera machen will und nicht auf LTE 800 angewiesen, der bekommt ein hochwertiges Großbild-Smartphone zu einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis von etwas um die 250 Euro.



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